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Lebensabend

Nach dem Krieg arbeitete Fritz Gockerell mit mehreren Ingenieurskollegen zusammen. Die Dipl. Ing. Schleicher, Seyffer und Steibling gehörten zu seinem Arbeitskreis. In Possenhofen bei München bauten sie zusammen den bekannten Fahrradhilfsmotor REX. Er hatte aber ständig sein eigenes Ingenieurbüro, welches Dreh- und Angelpunkt seiner Arbeit war.

Fritz Gockerell ist nie mit seiner Arbeit reich geworden, jedoch war er lebenslang reich an Ideen. 

Die Mahnungen und Forderungen von Mitarbeitern und Lieferanten, Anwälten häufen sich immerwährend. So ist er immer wieder in größeren Zahlungsschwierigkeiten. Die vielen gemeldeten Patente verschlingen Unsummen von Geld und Früchte tragen diese Patente kaum. Aus seiner finanziellen Schieflage kann Gockerell sich nur befreien indem er patentreife Erfindungen veräußert und so sein Lebensunterhalt sichert. Das "Große Geld" haben Andere dann gemacht. 

Ein Freund von Fritz Cockerell, Herr Rudolf März aus München wurde auf diese Homepage aufmerksam. Er erinnet sich an die regelmäßigen Treffen mit anderen Freunden in einem Tanzcafe in Thalkirchen. Von Herrn März stammen auch die letzten Bilder von Fritz Cockerell. Hier zu seinem Bericht: Erinnerungen eines Freundes

Viele patentreife Erfindungen im Bereich Motorenbau  sind nicht beim Patentamt eingereicht worden, obwohl deren Inhalt höchste technische Beachtung verdient hätten und einzigartig am Markt waren. Aber wie erwähnt, waren die Gebühren für Patentanwälte, Zeichnungen und jährliche Patent-Gebühren nicht zu unterschätzen.

Mit der Familie war er sonst nicht besonders gut gestellt, so ist in den Todesanzeigen nur von den Freunden die Rede.

In den letzten Lebensjahren arbeitete er zu Hause noch an Turbowagen, Dampfturbinen, Kompressoren, etc. Sogar Abbruchhämmer hat er konstruiert und die Konstruktionen dann an die Firma Wacker veräußert. Mehr darüber finden Sie im Kapitel Konstruktionen.

"Gockerell hat in seinem Leben zahlreiche Erfindungen auf dem Zweirad- und Vierradsektor gemacht, viele interessante Fahrzeuge gebaut. Nur für eines hat er kein Patent erhalten - für das Glücksrad." schrieb Marc Muylaert in der Automobil-Chronik über den genialen Konstrukteur.

Sein Nachlass besteht aus 36 Kartons, welche ungefähr 200 kg an Papier auf die Wage bringen. Geld, Vermögen oder Immobilien hat er nicht hinterlassen. Er starb mittellos!

Jedoch der Inhalt der 36 Kartons ist reich an Wissen. Die Sammlung ist ein kleines Spiegelbild seiner technischen Laufbahn als Erfinder. Von der Rechnung über Mahnungen, von kleinen Konstruktionsskizzen auf der Rückseite von Kalenderblättern bis zum türblattgroßen Zeichnungen über Motoren und Motorräder ist alles dabei.

Ein großer Dank gilt demjenigen, der diesen Nachlass gesichert hat.

 

Höchste Ehrung

Die höchste Ehrung die Fritz Gockerell je erhalten hat, kam 31 Jahre nach seinem Tod. 

Im Solomon R. Guggenheim Museum in New York wurde 1998 eine gigantische Motorradausstellung gezeigt. Mit bei dieser Ausstellung war Gockerells Megola. Die interessante Konstruktion wurde sogar zum Leitobjekt der Ausstellung und war auf dem Titelbild des umfangreichen Begleitbuches zur Ausstellung abgebildet. 

Hier gelangen Sie zur Seite der Ausstellung des Guggenheim-Museums New-York 

THE ART OF MOTORCYCLES.

 

Leitobjekt bei der Ausstellung "The Art of Motorcycles" im Guggenheim-Museum New-York

 

70. Geburtstag

Sein 70. Geburtstag wurde groß gefeiert. Mehr als ein Dutzend Glückwunschtelegramme und mindestens doppelt so viele Glückwunschkarten erhielt er. Namhafte Münchner unter Ihnen der Oberbürgermeister, und auch das Patentamt schickte Glückwünsche. 

Sogar ein Radiointerview wurde aufgezeichnet, hier hören Sie das einzigartige Tondokument. Klicken Sie auf den Radio.

Die Presse würdigte ihn mit großen Zeitungsberichten die an sein Lebenswerk erinnern. Der Münchner Merkur widmet ihm am 24. November 1959 einen großen Artikel.

 

Die Süddeutsche Zeitung gratuliert Gockerell an seinem 70. Geburtstag mit dem folgenden Bericht.

 

 

 

Fritz Gockerell stirbt am 16. April 1965

 

Fritz Gockerell starb am 16. April 1965 abends um 20 Uhr 40  in einer Münchner Klinik in der Arcostraße. Zuletzt wohnte er in der Maria-Einsiedel-Straße 28.  

 

Nachruf der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 24. April 1965

Nachruf in der Süddeutschen Zeitung vom 27. April 1965

Nachruf aus der Abendzeitung vom 26. April 1965.

 

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