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Zur Betriebsanleitung der MEGOLA

Von PAX und MEGO zur 

M E G O L A

 

Wie bereits im vorigen Kapitel zum Projekt "Pax" erläuter wurde Gockerell in erster Linie durch seine einzigartige Konstruktion der Megola mit ihrem Fünfzylinder- Rotations- Sternmotor im Vorderrad bekannt. 

Im September 1918 gründeten Johann Meixner und Fritz Gockerell die Firma "PAX-Motorenbau Meixner & Gockerell". Das erste Motorrad wurde dann von PAX auf MEGO umgetauft und die Firma wurde dann auch nur noch Meixner & Gockerell bezeichnet. Jedoch gab es mit dem Vertrieb des MEGO-Motorrades Probleme, so daß die Firma in finanzielle Bedrängnis kam.

Der Maschinenfabrikant Otto Landgraf erkannte wohl das technische Kapital der Gockerell-Konstuktion. So wurde Otto Landgraf mit ins Boot geholt und Teilhaber der Firma.

Durch eine Annonce in der Frankfurter Allgemeine Zeitung fanden Meixner und Gockerell zu den MARS-Werken in Nürnberg. Mit Dr. Bergmann welcher die MARS-Werke vertrat wurde eine Vertrag über die Produktion der Motorräder geschlossen, welcher aber im August 1919 wieder aufgehoben wurde. Hierfür musste der spätere Teilhaber Otto Landgraf eine hohe Geldsumme als Ablöse bezahlen. 

Im Vertrag vom 24.April 1919 werden die alten Verträge zwischen Meixner und Gockerell aufgehoben. Fritz Gockerell übergibt alle Rechte des "Gaskraftrades für Fahrräder" an Otto Landgraf. Landgraf verpflichtet sich, sich um die Auslandspatente zu kümmern und anzumelden. Weiter verpflichtet sich Gockerell die begonnenen Versuche von Landgraf an einem Versuchsrad zu überwachen und weiterzuentwickeln bis zur Serienreife. Weiter wird vereinbart, daß falls es zur Fabrikmäßigen Herstellung kommt Gockerell befristet auf drei Jahre als Betriebsleiter mit 8000 Mark Jahresgehalt beschäftigt wird. Gockerell überträgt somit auch alle Patentrechte an Otto Landgraf für eine Summe von 2000 Mark. Weiter erhält Gockerell 20 % Lizenzgebühren aus den möglichen Lizenzvergaben im Deutschland, 15% für Lizenzvergaben im europäischen Ausland. Sowie 10% für Lizenzvergaben im restlichen Ausland.

Im August 1919 werden weitere Vereinbarungen vertraglich geschlossen. Der Vertrag mit den MARS-Werken in Nürnberg wurde aufgehoben. Hierfür bezahlt Otto Landgraf 25000 Mark Abfindung an die Mars-Werke.

Nachdem nun Otto Landgraf die Firma leitete wurde die Firmenbezeichnung von MEGO auf MEGOLA erweitert. Das "LA" steht nun für Landgraf.

Gockerell entwickelte den drei-Zylinder Motor weiter und schuf so den ersten MEGOLA 5 Zylinder. Intern wird die erste Megola mit dem Hinterradantrieb als "MEGOLA  I " bezeichnet.

Anlässlich des 70. Geburtstages wurde ein Radiointerview aufgenommen, hier hören Sie Fritz Cockerell wie er über die Megola Berichtet. Klicken Sie auf den Radio

 

 

 

Foto: Aus dem Buch "Motorräder aus München" von Karl Reese, Johann Kleine Vennekate Verlag

Es gab im Betrieb erhebliche Probleme mit dem Start und dem Bremsen. Wie die anderen Megola Modelle hat auch dieses keine Kupplung. 

In der weiterführenden Konstruktion baute Gockerell das Antriebsrad vorn im Motorrad ein. Diese entscheidende Neuerung erregte Aufsehen und wurde in der Presse publiziert.

 

 

Patentschrift Nr. 326825 vom 04. Oktober 1920

 

Aus den "Megola-Werken, Otto Landgraf, München" wurde die "Deutsche Megola-Werke GmbH" mit Landgraf als Geschäftsführer. Wie so oft hat auch hier der Konstrukteur keine Ader zu den finanziellen Seiten und so kam es, dass Gockerell die Konstruktionen entwickelte, die Geld in die Kassen anderer brachte. Einige Patente, welche in der Megola Anwendung fanden wurden von Otto Landgraf als Erfinder angegeben. Im Patent ist aber deutlich Gockerells "Handschrift" in der Konstruktion erkennbar. Ab 1921 wurde nun die MEGOLA in Serie gefertigt, es sollen ca. 2000 Stück hergestellt wurden sein. In der Zeitschrift "Der Motorradfahrer" wurde bereits 1920 ein Fachbericht veröffendlicht.

Das Chassis der Megola war ebenso unkonventionell und bestand aus selbsttragenden, geschwungenen und vernieteten Stahlblechen. Der Fahrer saß auf einem bequemen  mit Rückenlehne oder bei den Sportversionen auf einem normalen Motorradsattel seiner Zeit.  Das Tourenmodell hatte eine Hinterradfederung in Form von Blattfedern.

 

Foto: Aus dem Buch "Motorräder aus München" von Karl Reese, Johann Kleine Vennekate Verlag

 

 

 

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